Anton Bachmann

By Willibald Leo Lütgendorff

Er war schon mit 30 Jahren kgl. preussischer Hofinstrumentenmacher und stand in einem Ansehen, das seine Arbeiten nicht rechtfertigen. Seine Violen und Violoncelli werden allerdings ihres starken Tons wegen noch heute von Orchester-Musikern sehr geschätzt, klingen aber roh. Er hat nie gute Modelle gehabt und nie gutes Holz — das er sich zu seiner Zeit in Berlin freilich nur schwer hatte verschaffen können — verarbeitet. Einige seiner Geigen gab er für Copien nach Stradivari aus, er hat, nach diesen zu urtheilen, aber nie ein echtes Instrument gesehen. Seine Wölbung ist steif, nach den Backen zu plötzlich abfallend und in der Brust zu dick, der Lack stumpf, von hässlicher brauner Farbe. Eine Viola da Gamba von 1746 von besserer Ausführung bewahrt die kgl. Sammlung alter Musikinstrumente in Berlin (Nr. 831), ein Violoncello von 1757 die Schweriner Hofkapelle. Mehrere Erfindungen, die gewöhnlich seinem Sohne zugeschrieben werden, dürften von ihm herrühren z. B. Guitarren mit Hammerklaviatur, aber nur seine 1778 bekannt gewordene Erfindung des Schraubenmechanismus am Kopf der Bässe hat sich bis auf den heutigen Tag erhalten. Sein zweiter Sohn, Friedrich Wilhelm B., soll zwar auch das Geigenmachen erlernt haben, er war aber Berufsmusiker (Geiger) und Kapellmeister und soll sich von 1797 an nebenbei auch auf den Handel mit Musikinstrumenten verlegt haben. Vgl. Allg. D. Biographie, Ledebur's Tonkünstlerlexikon Berlins etc.

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